Die Cannabis Regulatory Agency (CRA) in Michigan hat die Hemp-Processor-Handler-Lizenz von Loud Labs of Michigan mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, Cannabisprodukte mit mehr als 0,3 % Delta-9-THC besessen zu haben. In den von der CRA aufgeführten Laborzertifikaten reichen die gemeldeten Werte von 0,45 % bei transdermalen Pflastern bis 92,84 % bei einem Konzentrat.
Gleichzeitig kündigte die Behörde an, die Lizenz HPHL-000047 entziehen zu wollen. Eine endgültige Entscheidung über den Widerruf ist jedoch noch nicht gefallen. Die Vorwürfe müssen zunächst das vorgesehene Verwaltungsverfahren durchlaufen.
- Die CRA setzte die Hemp-Processor-Handler-Lizenz von Loud Labs am 25. August 2026 sofort aus.
- Eine Compliance-Inspektion fand am 25. März statt, ein Inventaraudit folgte am 18. Mai.
- Die Behörde nennt fünf Beispiele mit Delta-9-THC über dem Grenzwert von 0,3 %.
- Der höchste aufgeführte Wert beträgt 92,84 % Delta-9-THC.
- Der Lizenzentzug ist angekündigt, aber noch nicht endgültig abgeschlossen.
CRA setzte die Lizenz nach zwei Kontrollen aus
Loud Labs of Michigan war als Hemp Processor-Handler in Lansing zugelassen. Nach Angaben der CRA führte die Behörde am 25. März 2026 eine Compliance-Inspektion am lizenzierten Standort durch.
Dabei stellten die Prüfer mehrere Cannabisprodukte fest und sahen zugehörige Certificates of Analysis, kurz COAs, ein. Nach Darstellung der Behörde zeigten einige dieser Laborzertifikate Delta-9-THC-Konzentrationen von mehr als 0,3 %.
Die CRA leitete daraufhin eine Untersuchung ein. Am 18. Mai folgte ein Audit des vorhandenen Inventars und der dazu gespeicherten Laborunterlagen. Auch bei dieser Prüfung identifizierten die Beamten mehrere Produkte, deren COAs den für Hemp maßgeblichen THC-Grenzwert überschritten.
Laborwerte reichen von 0,45 % bis 92,84 % Delta-9-THC
Im offiziellen Enforcement Notice nennt die CRA fünf konkrete Beispiele aus dem überprüften Bestand:
- ein Konzentrat mit 92,84 % Delta-9-THC, getestet am 29. Oktober 2024 durch FESA Labs;
- ein Konzentrat mit 21,38 % Delta-9-THC, getestet am 28. September 2024 durch Bluebonnet Labs;
- ein Konzentrat mit 20,35 % Delta-9-THC, getestet am 13. November 2024 durch California Ag Labs;
- transdermale Pflaster mit 0,59 % Delta-9-THC, getestet am 31. Oktober 2025 durch Chem History Labs;
- weitere transdermale Pflaster mit 0,45 % Delta-9-THC, ebenfalls getestet am 31. Oktober 2025 durch Chem History Labs.
Damit unterscheiden sich die aufgeführten Produkte deutlich voneinander. Die beiden Pflaster lagen nur relativ knapp über der 0,3-%-Grenze. Die drei Konzentrate lagen dagegen weit darüber, darunter ein Produkt mit einem gemeldeten Delta-9-THC-Anteil von mehr als 90 %.
Die Werte stammen aus den jeweiligen COAs. Die CRA-Mitteilung sagt nicht, dass sämtliche Produkte von Loud Labs oder alle Produkte einer bestimmten Marke betroffen sind.
Warum die 0,3-%-Grenze für Hemp entscheidend ist
Der Fall dreht sich nicht darum, ob THC grundsätzlich auf dem regulierten Cannabismarkt von Michigan verkauft werden darf. Entscheidend ist die konkrete Lizenzart von Loud Labs.
Nach Section 12(1)(a) des Michigan Industrial Hemp Research and Development Act kann die Lizenz eines Hemp Processor-Handlers ausgesetzt werden, wenn der Lizenznehmer vorsätzlich Cannabis mit mehr als 0,3 % Delta-9-THC auf Trockengewichtsbasis besitzt.
Genau auf diese Vorschrift stützt die CRA ihre Maßnahme. Aus Sicht der Behörde überschritten die im Unternehmen vorgefundenen Produkte damit nicht nur einen Laborwert, sondern die Grenze zwischen dem unter der Hemp-Lizenz zulässigen Material und Cannabis mit höherer Delta-9-THC-Konzentration.
Lizenz ist ausgesetzt, aber noch nicht endgültig entzogen
Die sofortige Suspendierung und ein endgültiger Lizenzentzug sind zwei unterschiedliche Schritte. Die CRA hat Loud Labs die weitere Nutzung der Hemp-Processor-Handler-Lizenz zunächst untersagt und gleichzeitig ihre Absicht mitgeteilt, die Lizenz zu widerrufen.
Für einen endgültigen Widerruf sieht das Gesetz ein Verwaltungsverfahren mit Mitteilung und Gelegenheit zu einer Anhörung vor. Die CRA erklärt ausdrücklich, dass die im Enforcement Notice enthaltenen Vorwürfe bis zum Abschluss dieses Verfahrens Vorwürfe bleiben.
Die Behörde muss eine relevante Verletzung des Industrial Hemp Research and Development Act nach dem im Verwaltungsverfahren geltenden Beweismaß feststellen. Erst dann wird aus der angekündigten Maßnahme ein endgültiger Lizenzentzug.
Der Fall zeigt die Bedeutung von COAs für Hemp- und CBD-Produkte
Für den CBD- und Hemp-Markt ist der Fall vor allem wegen der Rolle der Laborzertifikate interessant. Die CRA stützt ihre Angaben nicht allein auf Produktnamen oder Verpackungen, sondern auf die zu den Produkten hinterlegten Certificates of Analysis.
Ein COA kann unter anderem zeigen, welche Cannabinoide in einer Probe gemessen wurden und in welcher Konzentration sie vorliegen. Bei Hemp-Produkten ist der tatsächliche Delta-9-THC-Wert deshalb nicht nur eine Frage der Produktinformation, sondern kann unmittelbar darüber entscheiden, unter welchem regulatorischen Rahmen ein Produkt fällt.
Das bedeutet zugleich nicht, dass jeder Laborbericht automatisch ein vollständiges Bild des gesamten Marktes liefert. Im Fall Loud Labs geht es um bestimmte Produkte und bestimmte Laborzertifikate, die bei einer Kontrolle und einem späteren Inventaraudit geprüft wurden.
Was der Michigan-Fall nicht belegt
Die Maßnahme sollte nicht als allgemeine Warnung vor CBD oder Hemp-Produkten verstanden werden. Die CRA hat eine konkrete Lizenz und einen konkreten Unternehmensstandort untersucht.
- Die Behörde erklärt nicht, dass alle Produkte von Loud Labs zu viel THC enthalten.
- Die Mitteilung ist keine allgemeine Rückrufmeldung für CBD-Produkte.
- Die US-amerikanische Hemp-Regelung lässt sich nicht direkt auf die Rechtslage für CBD-Produkte in Deutschland übertragen.
- Der angekündigte Lizenzentzug ist noch nicht rechtskräftig abgeschlossen.
Für Verbraucher bleibt deshalb die konkrete Produktprüfung wichtiger als eine pauschale Bewertung einer ganzen Produktkategorie. Bei CBD- und Hemp-Produkten können aktuelle, chargenbezogene Laboranalysen helfen, Angaben zu Cannabinoidgehalt und THC-Werten besser nachzuvollziehen.
Für den deutschen Markt gelten eigene rechtliche Vorgaben. Eine Übersicht zur Einordnung verschiedener Produktarten gibt es im SaveSleuth-Bereich CBD News & Recht sowie im CBD Deutschland Guide.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder medizinische Beratung dar.
Quellen
- Michigan Cannabis Regulatory Agency: Michigan’s Cannabis Regulatory Agency Suspends Loud Labs of Michigan Hemp Processor-Handler License, 25. August 2026.
- Michigan CRA: Notice of Suspension, Intent to Revoke Hemp Processor-Handler License, and Imposition of Fines – ENF No. 26-00487.
- Cannabis Equipment News: Michigan Suspends Loud Labs’ Hemp Processor-Handler License, 25. August 2026.


